Gedankenlesen 4 – Die Entscheidung

Der Gedanke ist eine Welle. Allein die Entscheidung hält sie auf.

Wenn unser Leben nur daraus bestünde, dass wir den Vorgang zyklisch wiederholen, wobei der Schalter der Entscheidung immer auf „JA, ICH TUE ES“ steht, müsste jeder glücklich sein, und dann wüssten wir auch nichts von der Existenz des Schalters, dann gäbe es keinen freien Willen.

Doch der Schalter der Entscheidung ist da im Kreislauf. Die Entscheidung existiert. Die Mehrheit der Menschen hat keine Ahnung, was passiert, wenn dieser Schalter auf NEIN steht, weil sie sich nicht trauen, ihn umzulegen.

Sie haben Angst, Nein zu sagen zum Sich-Anpassen, Nein zu sagen zum Unglücklichsein. Sie haben Angst vor der Einsamkeit, vor einem einsamen Alter.

Schauen wir uns folgende Situation an. Ein Mädchen klagt ihrer Freundin über ihren gewalttätigen Freund:

- Klar, ich weiß, ich dürfte es nicht zulassen, aber er ist mein Mann, oder?
- Hm – sagt die gedankenlesende Freundin.
- Er war doch so ein „guter“ Mensch, nur trinkt er jetzt ein bisschen viel...
- Hm... – sagt die gedankenlesende Freundin.

Hier sieht man eindeutig, dass die Freundin im ersten Satz mit dem Fragewort „oder?“ sich selbst gefragt hat, was sie überhaupt noch bei einem Kerl sucht, der ihr wehtut. Sie weiß innerlich sehr genau, dass dieser Mensch nie gut war, er hat es immer nur gespielt, um sie zu bekommen, um sie an sich zu ketten.

Die gedankenlesende Freundin wusste das im Voraus. Deshalb wollte sie auch nicht auf ihre Hochzeit gehen. Sie wusste schon damals, dass es eine Scheidung geben wird, oder noch Schlimmeres...

Aber hätte sie ihrer Freundin damals gesagt, sie solle es nicht tun, hätte die sowieso nicht auf sie gehört. Sie brauchte noch so einen gewalttätigen „Jemand“. So ein Mensch ist kein Mann. Der wahre Mann tut Frauen nicht weh, er hat es nicht nötig, sich damit die Bestätigung zu verschaffen, dass er gut genug ist. Gewalt üben nur die angsterfüllten, schwachen Kerle aus, aber die kann man nicht Männer nennen.

Die gedankenlesende Freundin sagte nichts. Sie wusste, dass ihre Reinheit, ihre Geduld ihrer Freundin einen Spiegel vorhält, weil sie selbst nicht mehr in einer gewalttätigen Beziehung ist. Sie wusste von sich, dass sie Glück hat, weil sie Jahre zuvor richtig entschieden hat: lieber allein auf dieser Welt zu leben als zu zweit in der Hölle. Sie wartet auf den Prinzen. Und sie wird sich nicht mit weniger zufriedengeben.

Die Freiheit hat einen hohen Preis, und es ist eine Schande, wie schutzlos die Frauen in der heutigen Zeit sind. Es ist außerordentlich schwer, Unterstützung zu finden.

Und selbst wenn es gelingt, sich aus der gewalttätigen Beziehung zu befreien, gibt es keine Garantie, dass ihr Leben besser wird, wenn sie nicht anfängt, das Gedankenlesen zu üben. Wer nicht aus den Fehlern lernt, stürzt abwärts und wählt einen noch schlechteren Partner, als der vorige war.

/Artikel über Paarbeziehungen in Vorbereitung.../

Aus dem vorigen Beispiel sieht man eindeutig: Wenn der Schalter der Entscheidung immer auf JA steht und sie wegen falscher Ausreden, wegen Selbstbetrug mit ihrem Freund zusammen ist, dann will sie es in Wirklichkeit, und sie erlebt das Ergebnis dieser ihrer Entscheidung. Sie könnte sich aber auch dafür entscheiden, vor der Gewalt zu fliehen. Dafür braucht es jedoch großen Mut, und sie muss die Flucht organisieren.

Das ist das zentrale Element des Gedankenlesens. Das NEIN-Sagen. Wenn wir das verstehen, wird die Problematik der Entscheidung so wichtig werden, dass wir das Wort „Gedanke“ gar nicht mehr benutzen werden, sondern das Wort ENTSCHEIDUNG.

Das Problem der Menschheit ist also die Entscheidung. Die Leute auf der Party hätten sich entscheiden können, den, der von sich behauptete, er sei Gedankenleser, mit Liebe aufzunehmen und sich mit ihm zu unterhalten.

Das Mädchen hätte, bevor sie den gewalttätigen Kerl heiratete, Gedankenleserin sein können, und hätte sie die Gedanken des Kerls gelesen, wäre sie so weit vor ihm geflohen, wie sie nur gekonnt hätte. Sie hatte eine Entscheidung.

Täglich blinzeln wir etwa 15000 Mal. So viele Gelegenheiten haben wir, richtig zu entscheiden. Schließ die Augen, und wenn du sie wieder öffnest, entschließe dich, NEIN zu sagen.

Dieses Glied der Kette, die Problematik der Entscheidung, ist das, was wir untersuchen müssen.
Das ist innere Arbeit, und wir haben einen Kompass namens Gewissen, den wir dafür abstauben müssen.

Das Gewissen zeigt dir immer, dass du viel wertvoller bist. Unterschätze dich nie. Tief drinnen weißt du sehr genau, dass dieser Kerl nicht gut genug für dich ist. Sag NEIN zu ihm.

Denn wenn immer alles gut wäre und uns nützen würde, könnten wir nie in eine Situation geraten, in der wir uns unglücklich fühlen.

Also, schauen wir uns ein Beispiel für Gedankenlesen an. Wenn eine Frau einen Kerl heiratet und sie angeblich glücklich sind, wie kann es dann sein, dass sie sich nach einer Weile trotzdem scheiden lassen? Wenn sie in der Vergangenheit eine gute Entscheidung getroffen hätten, könnten sie sich nicht scheiden lassen, weil sie weiterhin glücklich sein müssten.

Das Problem ist also, dass die Menschen die Gedanken ihres zukünftigen Selbst nicht gelesen haben. Denn hätten sie sie gelesen, dann hätten sie es im Voraus erkannt und wären dem „Partner“, den sie geheiratet haben, weit aus dem Weg gegangen.

Noch einmal, schauen wir uns den Vorgang im Leben eines „etwas derberen Kerls“ an:
Den Typen hat seine Freundin verlassen, der Kerl kann mit dem Denken nicht aufhören:
- Erinnerung: Ich tue das, dass ich ständig ein angenehmes Gefühl aus der Vergangenheit wachrufe. Ich kann nicht akzeptieren, dass das Mädchen mit mir Schluss gemacht hat.
- Wunsch: Mein Verstand bekommt die Rückmeldung, dass es wieder ein angenehmes Gefühl wäre, wenn ich erneut täte, was ich in der Vergangenheit getan habe. Ich will den Körper des Mädchens spüren, weil ich verrückt werde, dass sie nicht bei mir ist.
- Entscheidung: Ich tue es, weil ich mich nicht beherrschen kann, ich brauche es, das Gefühl noch einmal zu erleben, ich kann einfach nicht ohne sie leben.

Man spürt, dass die Besitzgier völlig erwacht ist, und aus diesem Gedankengang entspringen die Eifersuchtsszenen, die Gewalttaten, die Morde.

Die Welle

Deshalb ist das Wort Gedanke wie eine Welle. Die Welle kommt von irgendwoher, sie hat Kraft, und allein die Entscheidung kann sie aufhalten. Soll ich es tun, oder soll ich es nicht tun?

Catch-22

Beachten wir: Wir haben mit der Analyse einer Situation begonnen, die weit von uns entfernt liegt, und am Ende müssen wir schon unsere eigenen Gedanken analysieren. Wie ist das denn nun? Solange wir unsere eigenen Gedanken nicht beherrschen können, wie wollen wir die der anderen verstehen?

Und ja, das ist das Problem. Unsere eigenen Gedanken. Unsere eigenen Gedanken halten unseren Verstand gefangen, damit er nicht frei fliegen kann. Das ist der Catch-22. Wenn ich den anderen Menschen verstehen will, muss ich dann mich selbst verstehen? Aber was kommt dann zuerst?

Man sagt gewöhnlich: Erkenne dich selbst. Soll ich also zuerst mich selbst erkennen und dann den anderen? Was ist hier die Wahrheit?

Man sieht: Die Worte, die wir bisher kannten, haben vielleicht doch keine eindeutige Bedeutung. Wenn ihre Bedeutung nicht eindeutig ist, dann müssen wir sie aber irgendwie eindeutig machen, sonst können wir im Chaos keine Ordnung schaffen.

Demnach herrscht Chaos in unserem Bewusstsein?

Wenn du den Geist spürst und mit Lichtgeschwindigkeit in diesem Thema vorankommen willst, bin ich hier: Buche im Menü einen Online- oder persönlichen Termin bei mir…

Paco Que Ruach.

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