Gedankenlesen 3 – Der Gedanke

Was ist der Gedanke? Erinnerung, Wunsch, Entscheidung, Handlung.

Kehren wir kurz zum Wort „Gedankenlesen“ zurück. Es lohnt sich, es in zwei Teile zu zerlegen und eindeutig zu definieren, damit unsere Analyse genau ist.

Was ist der Gedanke?

Gedanke: „der Wunsch, der aus dem Wiederbeleben von Erinnerungen entsteht und den der Mensch, nachdem er sich dazu entschlossen hat, erneut in die Tat umsetzt.“

Das Wort Gedanke besteht also in Wirklichkeit aus mehreren Bestandteilen:
Erinnerung → Wunsch → Entscheidung → Handlung

Die Handlung ist schon die Tat, die wir mit unserem Körper vollbringen.

In unserem Verstand sind es der Wunsch und die Entscheidung, die sich ständig drehen, und aus ihnen entstehen unsere Taten.

Die Handlung wird sofort, nachdem sie geschehen ist, zur Erinnerung.

(Sind es 4 Faktoren oder 3? Egal. Bleiben wir hier nicht hängen...)

Praktische Beispiele für Gedanken: das Wiederbeleben eines Geschmacks, das Empfinden eines Duftes, das Nachsinnen über einen früher gesehenen angenehmen Anblick oder das aufkommende Gefühl beim Lesen eines Buches.

Es lohnt sich zu bedenken, für wie einfach die Menschen ihre eigenen Gedanken halten. Doch man muss einsehen, dass unser Wort Gedanke gar nicht leicht genau zu definieren ist, weil es nicht aus einem, sondern aus mehreren Bestandteilen besteht, und diese nicht gleichzeitig, sondern zeitlich nacheinander eintreten.

Es ist also ein großer Leichtsinn der Menschheit, das Funktionieren des eigenen Verstandes nicht genauer zu untersuchen. Aber so eine Stunde gab es in der Schule auch nicht: „Analyse des menschlichen Bewusstseins, Theorie und Praxis“.

Diese Art von Informationsverzerrung kennzeichnet unsere Welt, und sie nimmt leider immer größere Ausmaße an. Die Dinge, die für die Entwicklung des menschlichen Verstandes und für ein glückliches Leben wichtig sind, werden verachtet, man lacht über sie, während die unwesentlichen Dinge aufgebauscht und lautstark verkündet werden, und in der Masse (weil dort die persönliche Verantwortung verschwindet) ist man sogar fähig, für die falschen Ideen zu töten.

Kehren wir zu unserer Analyse zurück:

Erinnerung (der feine Geschmack einer Limonade) → Wunsch (ich möchte ihn wieder spüren) → Entscheidung (tue ich es oder nicht?) → Handlung (ich kaufe eine Limonade)

Wenn wir das in einem Kreis darstellen, zeigt sich, dass die Handlung, sobald wir sie ausführen, vergeht. Nach dem Vergehen bleibt nur noch die Erinnerung, sie kann also als Grundlage für den nächsten aufkommenden Wunsch dienen, und so weiter.

In unserer menschlichen Daseinsform tun wir das Tag für Tag. Es entsteht also Wiederholung, das heißt Zyklizität. Das verursacht die Entstehung von Abhängigkeiten.

Darüber gibt es auch gar nicht so viel zu staunen, denn es ist natürlich, dass wir Erinnerungen haben, sagen wir an unseren letzten Sommerurlaub. Es ist natürlich, dass wir manchmal daran denken. Es ist natürlich, dass wir uns in unsere Erinnerungen zurücksehnen. Es ist natürlich, dass wir es nächstes Jahr vielleicht wiederholen und an denselben Strand in den Urlaub fahren wie letztes Jahr.

Wenn oft das Wort natürlich gesagt wird, denk darüber nach, dass es in Wirklichkeit nicht natürlich ist. Wenn dein Freund über seine derben Bemerkungen lacht, warum lachst du nicht? Weil du weißt, dass es nicht lustig ist...

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